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Jeck op Deck


Session 2019/2020

Geschäftsbericht zur JHV – angepasste Rede

 

Mit einer zunächst missverständlichen Anfrage startete unser Vereinsleben in das abgelaufene Geschäftsjahr: 

Wer kommt mit zum MC´s? Gepflegt amerikanisch Essen mit Rudelbildung?

Jedoch beim näheren Hinschauen und lesen stellte sich sehr schnell heraus, MC´S ja, aber in einem völlig anderen Zusammenhang: Die McDonald Kinderhilfe im Ronald-McDonald-Haus in Sankt Augustin hatte uns Piraten eingeladen, um den erkrankten Kindern im Rahmen des Sommerfestes einige nette abwechslungsreiche Stunden mit allerhand Aktionen im Piratenkostüm anzubieten. Die Kinder nahmen es dankbar an, und wir waren mit Freude dabei.

Die nächste außersessionale Anforderung rückte näher und im August 2019 gestalteten die Piraten das Finale der Sommerfreizeit des Hauses der Jugend in Oberpleis unter der Leitung unseres Piraten Marcus. 

Manch einer der Beobachter und Zuhörer vermochte es kaum zu glauben, als im Wechsel unsere Tänzerin Dine und der Quartiermeister eine Piratengeschichte nahezu in eine unendliche Lesegeschichte umformten und den „Kinderpiraten“ vortrugen. Wer dachte, die Kinder würden unruhig oder unaufmerksam, der sah sich getäuscht, mit Spannung lauschten Mädchen und Jungen bis zum glücklichen Ende, um dann hochmotiviert auf Schatzsuche durch den Wald zu laufen und das kulinarische Ende mit Fritten und Cola im Einkehrhäuschen zu beschließen.

Den Reigen der Veranstaltungen im Jahresrund ohne Karneval schloss unser Piratenfest auf der Pfadiwiese. Wie in den Jahren zuvor gut besucht durch die Ittenbacher Bürger, aber auch einige Vereine aus dem Karnevalsumfeld machten uns die Aufwartung. Der Festplatz war reichlich dekoriert im Stile des Piratentums. Mittig der Fahnenmast, wo wir mit präsentierten Schwertern und unter Fanfaren- und Trommelklängen der Swingings aus der Altstadt die neue Vereinsfahne hissten, und anschließend Captain Klaus das Fest eröffnete.

Wie auch in den Jahren zuvor gab es reichlich Abwechslung für Groß und Klein und am Abend das musikalische Highlight: die Band Cover Rocks. Am Sonntag bei Kaffee und Kuchen wurde dann der Übergang vom lottrigen Piratenleben hin zur Alltags-Normalität gefunden. Ich möchte an dieser Stelle allen Piraten für die umfassende Unterstützung und Hilfe danken. Insbesondere dem Festausschuss und den angedockten Kreativkräften, die uns um Jahrhunderte zurückversetzten und die entsprechende Atmosphäre insbesondere bei Einbruch der Dunkelheit hervorhoben.

Während des Piratenfestes brodelte die Gerüchteküche, wie denn wohl der erste Dankordensträger heißen mag. Es würde den Rahmen sprengen, wenn ich hier alle Verschwörungstheorien und auch humorigen Spekulationen wiedergäbe.

Fakt ist, dass der Vorstand im Sommer den einstimmigen Beschluss gefasst hatte, Johannes-Martin Hoffmann, 1. Vorsitzender des Bläsercorps als ersten Ittenbacher Bürger, der sich für die Allgemeinheit und seinen Verein besonders engagierte, auszuzeichnen. Nun war es Sache des Quartiermeisters heimlich die Fäden zu ziehen, vertrauensvolle Partner in dieses Vorhaben einzubinden, bis zur Sessionseröffnung das Geheimnis zu bewahren, und alle Musiker bis auf die letzte Minute zur Verschwiegenheit zu vergattern. Hier nochmals ein riesiges Kompliment zum einen an die 2. Vorsitzende Eva Leven als meine direkte Partnerin und die gesamte Truppe des Bläsercorps. Es war ein überwältigendes Erlebnis für alle Beteiligten. 

Apropos Beteiligte: Unsere Tanzabteilung zeigte sich vom Feinsten und erstrahlte in mehreren Facetten, als da waren die Goldstücke im 2. Jahr. Mit der beklatschten Präsentation und teilweise Unbekümmertheit heimsten sie den Zuspruch des Publikums ein. Dann der große Augenblick für die Piratencrew aber auch die Erwartungshaltung des Publikums, als die Ansage erfolgte: Premiere der Ölberggarde. Da blieb kein Auge trocken und es zeigte sich die monatelange Arbeit, als Gelungen und das tänzerische Jahrgangsangebot von klein bis erwachsen ist nun komplett. Dank an Chrissy und Petra für die Arbeit und das Engagement. Ja und dann stieg die Spannung, was Mona sich hat einfallen lassen, insbesondere, da drei Herren die Bergflotte bereicherten. Es war toll, was die Damen und Herren präsentierten und das nicht nur an diesem Abend, sondern bei allen folgenden Auftritten auf den Bühnen der Region war ein unüberhörbarer und langanhaltender Applaus der Künstler Lohn. Auch dir Mona wie allen Akteuren herzlichen Dank für die Arbeit und Präsentation.

Nach der Weihnachtspause wurden die festliche Roben der Weihnachts- und Neujahrsfeierlichkeiten gegen die Piratenkutten getauscht und es gab den alljährlichen Re-Start in die Session. Und so wie sich die drei Tanzcorps über Monate in Trainingseinheiten ertüchtigten, waren auch die Tanzbergbären plötzlich in der Gerüchteküche ein geheimnisumwobenes Gericht. Nach dem Motto was machen die da? Was soll das, keiner weiß irgendwie was, aber genau das ist ja das Prickelnde, dass eben spekuliert und prophezeit wird, und dann auf der Piratenparty stellte sich das Laiencorps altersmäßig von jung bis alt, von geschmeidig bis steif, von muskulös bis quietschende Knochen unterstützt von manchem Seufzer vor. Mit Hurra und klatschen durfte die Truppe, mühevoll und witzig autoritär von Lina trainiert und motiviert, sich und die Zuschauer erfreuen. Ebenso die von Schiffzimmermann Jens erbaute Bütt „der Ausguck“, thronte hoch im ev. Gemeindehaus. Mr. Q, verstärkt durch Bloody Mary, schaute über die Geschehnisse im Dorf und mancher Dorfbewohner war erstaunt, nach dem Motto: „Die einen sagen so, die anderen so“.

Die Auftritte auf den Bühnen der Region wurden mit Bravour abgewickelt und unser Captain hatte die Piratenbar um ein weiteres selbst erzeugtes Getränk bereichert, vom „Piratenblut“ zur „Piratenglut“, was dann doch die ein oder andere Lieblichkeit zur „Glut“ greifen lies. 

Ein besonderes Erlebnis auf einem der Frühschoppen soll nicht unerwähnt bleiben.

Nach dem Mundartgottesdienst in Thomasberg folgte am Nachmittag der Auftritt der Piraten, und man war traditionell gespannt, was diesmal aus der Trickkiste gepackt wurde im Rahmen des Auftritts. Marcus hatte seine Mama im Schlepptau und gratulierte ihr auf der Bühne mit Kniefall zum Geburtstag und zauberte das ausgefüllte Mitgliedsformular aus der Tasche, mit dem Hinweis, den fälligen Beitrag zahle er. Mit einem riesen Applaus und dreifachem „Ahoi“ wurde Mama Isolde in den Kreis der Piraten aufgenommen. Und ich verkünde es mit Stolz, sie fühlt sich auch uns verpflichtet und hat auf die Einladung zur heutigen JHV mit ein paar lieben Zeilen per Post reagiert.


Der Dämmerschoppen im Margarethenkreuz war ein Knaller. Ich möchte aus der Sicht des Chronisten sagen, die stärkste und aufwendigste Veranstaltung in der Zeit seit Gründung der Piraten. Alles was Rang und Namen hat aus der Umgebung fand sich ein, um sich zu präsentieren.

Die Veranstaltung lief wie aus einem Guss, trotz der Enge und begrenzter räumlicher Möglichkeiten. Selbst mit Ausweichquartieren in Zeltformaten brachten mehrere hundert Akteure und Zuschauer die Veranstaltung an die Grenzen. 

Barhocker an der Theke wie auch die gleichnamige Band auf der Bühne rundeten die Veranstaltung ab. Und ich möchte es nicht unerwähnt lassen, dass die über Jahre geübte Vertrautheit zwischen dem Captain und dem Quartiermeister mit ein Garant dafür war, dass wir jederzeit in der Lage waren, die ein oder andere knirschende Situation zu beherrschen, dies aber auch dem Zusammenspiel Gesamtvorstand und Festausschuss geschuldet ist. 


Zu guter Letzt: Der närrische Lindwurm. Auch hier hat alles ohne Zwischenfall reibungslos funktioniert und fand in der Turnhalle einen fulminanten Abschluss. Hier möchte ich besonders hervorheben, dass die gesamte Crew tip top gearbeitet hat und in der Tat ein außergewöhnliches Ergebnis erzielte. Und dies drückt sich nicht nur monetär aus, sondern auch in der Anerkennung und Bewertung durch Gäste, auch aus der Umgebung.


Ich habe nun die letzten Jahre als Quartiermeister und Zugleiter fungiert, es ist aber an der Zeit die beiden Ämter zu trennen, da die Aufgaben vielfältiger werden. Diese Entscheidung haben wir im Vorstand gefällt, bevor uns alle Corona zur Untätigkeit gezwungen hat. Dennoch wollen wir, will ich zuversichtlich sein, dass wir in Zukunft wieder einen Zug durch Ittenbach sehen werden und dann mit einem neuen Zugleiter. Ich möchte mich an dieser Stelle für das Vertrauen in den letzten Jahren bedanken und auch an die Helfer Worte des Dankes richten.


Und beende meinen Vortrag mit unserm Schlachtruf:…

3 x Ahoi

 

Heinz Arenz Quartiermeister /Geschäftsführer 

Ittenbach 26.06. 2020